Graphomotorikschwäche


Die sogenannten „graphomotorischen Störungen“ werden bei zunehmend mehr Kindern durch die Lehrkräfte diagnostiziert.

Vielen Schülern fällt es schwer, den Stift im Dreipunktgriff zu halten. Es gelingt ihnen kaum, die Buchstaben leserlich zu schreiben. Häufig schreiben sie mit zu viel Druck. Die Augen-Hand-Koordination ist wenig eingespielt. Sie geben sich viel Mühe, und doch verkrampfen ihre Muskeln, sie brauchen zu viel Zeit und das Ergebnis stellt weder sie selbst noch die Lehrkräfte und Eltern zufrieden. Das führt zu Schreibunlust und Frust.

Auch in den anderen Fächern kann die Lernmotivation sinken.

Über einen längeren Zeitraum verschleppt, kommt dann noch der Zeitdruck dazu, nicht im Unterrichtsstoff mitzukommen. Eltern machen unter Umständen Druck aus Verzweiflung oder Ratlosigkeit, es kommt zu Streit und die Kinder sind verzweifelt, manchmal bis hin zur Verweigerung.

Kritik an ihrer Schrift trifft Kinder tief, weil es Ausdruck ihrer Persönlichkeit ist, wie ihre Stimme, ihre Mimik, ihre Gestik und ihre Bilder, die sie malen. Bei einer gesunden Entwicklung stärken die positiven Rückmeldungen der anderen und das eigene positive Gefühl des Kindes die Identität.

Die Ursachen für die "graphomotorische Schwäche" liegen meist darin, dass die Muskulatur und die Koordination des Körpers, insbesondere der Fingermuskulatur durch zu wenig Zeichnen, Malen, Kneten, Schneiden und Fingerspiele oder generell zu wenig Bewegung nicht genügend aufgebaut und gefördert sind. Die Sprachentwicklung und die kognitiven Fähigkeiten sind mit Bewegungsabläufen eng gekoppelt. Vieles muss „begriffen“ werden, um „verstanden“ zu werden. Die zeitlich so stark zugenommene Nutzung von Computerspielen und das häufige Fernsehen schon im Kindergarten- und Grundschulalter verdrängt die für eine gesunde Entwicklung notwendige Bewegung und Kommunikation.

Die verschiedenen Kompetenzen, die Kindern mit graphomotorischen Störungen fehlen, können zum Glück nachentwickelt werden. Durch spezielle Übungen mit. Die bisher fehlenden Entwicklungsschritte werden nachgeholt und die richtige Stifthaltung für ein effektives krampffreies Schreiben eingeübt.Das Raum - und  Formempfinden und der Gleichgewichtssinn werden gestärkt. Für die Schreibschrift werden noch mit besonderer Aufmerksamkeit die Buchstabenverbindungen geübt und der Rhythmus harmonisiert sowie die Geschmeidigkeit erhöht. Der Schreibdruck, die Verkrampfung der Hand und die Atmung entspannen sich.

Dieser Vorgang braucht Ruhe, Aufmerksamkeit und regelmäßiges Üben in freundlicher, kritikfreier und motivierender Umgebung. Erfahrungsgemäß macht den Kindern das Training viel Freude, weil sie sich zum Einen verstanden und ernst genommen fühlen, und zum Anderen die Übungen  "gute Laune machen" (Daniel, 9 Jahre) und sie schon bald eine erfolgreiche Entwicklung erkennen. Haben die Kinder die fehlenden Entwicklungsschritte nachgeholt, fällt es ihnen leicht, zügig und leserlich zu schreiben. Sie sind sehr stolz, erleichtert und ihr Selbstbewusstsein ist enorm gestärkt.

Dies wird sich auch in der gesamten Lernsituation bemerkbar machen.

   



 

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